Saale Radweg

Radfahren und Wandern Saale Radwanderweg

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Der Saale-Radweg braucht sich nicht hinter den bekannteren Flussradwegen wie Main, Elbe, Altmühl oder Weser-Radweg zu verstecken.

Von den Nadelwäldern des Fichtelgebirges über die fjordartigen Stauseen im Thüringer Schiefergebirge bis hin zum "Weindreieck" Saale-Unstrut reicht die Palette der Landschaften. Geschichte und Kultur wird dem Reisenden hingegen in Jena, Naumburg oder auch Halle (Saale) geboten.

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass die Route vor Saalfeld recht steil (Abschnitte mit mehr als 10% Steigung) und schwierig (Schotter) ist. Es gibt keinen eigenständigen Radweg und die Route folgt oft der Not. Ab Saalfeld hat die Route dann aber Tourenqualität. Die Route bildet einen Teil der D-Route 11: Ostsee - Oberbayern.

Streckenprofil

  • Länge: 427 km
  • Ausschilderung: Normgerechte Pfeilwegweiser sind in Thüringen häufig, wobei sich die Wegweisung aber auf Zwischenwegweiser mit Logo stützt. Hin und wieder gibt es kleine Lücken und Eigenwilligkeiten. Im Bereich Naumburg ensprechen die älteren Wegweiser (Foto) dem früheren, jetzt falschen, Verlauf des Saale-Radweges. Im Bereich Jena muss man diesen Wegweisern jedoch folgen. In Sachsen-Anhalt gibt es insbesondere im Bereich Halle großere Lücken. (September 2012)
  •     Steigungen: Von der Saalequelle in Bereich des Fichtelgebirges bis nach Rudolstadt im Thüringer Schiefergebirge ist der Saaleradweg anspruchsvoll, d. h er besitzt viele Steigungen. Dieser Abschnitt weist aber landschaftlich viele Höhepunkte auf (z. B. die fjordartigen Saaletalsperren). Im Bereich der Mittleren Saale nehmen die Steigungen ab. Die letzte größere Steigung liegt an der Rudelsburg oberhalb von Bad Kösen.
  •     Wegzustand: sehr unterschiedlich. Innerhalb der Orte gibt es reichlich, zum Teil grobes Kopfsteinpflaster. Das Problem ist an vielen Stellen schon durch spezielle Radspuren gelöst worden. Einige Abschnitte der Route haben Premium-Qualität.
  •     Verkehrsbelastung: Im oberen Abschnitt und im Bereich der Saalestauseen werden auf längeren Strecken Landstraßen mit benutzt. Ab Saalfeld überwiegt die verkehrsfreie Führung. Allerdings gibt es auch hier Abschnitte mit KFZ - Verkehr.
  •     Geeignetes Fahrrad: Am besten Tourenrad mit Profilreifen und bergtauglicher Schaltung.
  •     Familieneignung: gegeben im weitgehend ebenen Bereich unterhalb von Saalfeld (für Familien mit größeren Kindern).
  •     Inlinereignung: östlich von Naumburg sind ca. 16 km geeignet

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

Startpunkt für den kompletten Radwanderweg ist bei Anreise mit der Bahn Münchberg, flussabwärts, oder Barby, flussaufwärts. Bis auf den Abschnitt zwischen Hof und Eichicht sind in der Nähe des Radweges Bahnhöfe um auch Teilstrecken fahren zu können.

Auto

Autobahn 9 aus Richtung Berlin fährt man an der Abfahrt Münchberg-Nord (Autobahnausfahrt 35) und aus Richtung München an der Abfahrt Münchberg-Süd (Autobahnausfahrt 36) ab. Bei der Saalemündung bei Barby über die A9 oder A14 (Ausfahrt Calbe).

Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten

Obere Saale

  • Saalequelle bei Zell in Oberfranken
  • Fußgängerzone an der Pulschnitz in Münchberg
  • Etappe: Quelle - Rudolphstein: ca. 54 km

 

  •     Münchberg im Fichtelgebirge ist der Ausgangspunkt für den Radweg
  •     Die Saale-Quelle liegt am Hang des Waldsteins im Wald, der Aufstieg geht über Waldwege und ist mit einigen Höhenmetern verbunden.
  •     Zell in Oberfranken
  •     Sparneck
  •     Saalmühle
  •     Weißdorf
  •     Bug
  •     Seulbitz
  •     Förbau
  •     Schwarzenbach an der Saale ist die erste Stadt am Oberlauf der Saale. Nun geht es durch das Hofer Land.
  •     Oberkotzau
  •     Hof ist das Zentrum der Region, zu den Sehenswürdigkeiten zählen u.a. die Lorenzkirche, der Fernwehpark direkt am Radweg und der Park mit Gaststätte Theresienstein nur wenige hundert Meter entfernt
  •     Unterkotzau
  •     Saalenstein
  •     Fattigsmühle, Fattigsmühle 34, 95183 Töpen, Tel.: +49 9295/521, Fax: +49 9295/914612. Öffnungszeiten Mittwoch bis Donnerstag 11.00 - 22.00, Freitag bis Sonntag 11.00 - 24.00, der idyllische Biergarten direkt an der Saale ist ab Mai zusätzlich Montag und Dienstag ab 15.00 geöffnet

Auensee bei Joditz

  •     Joditz mit dem Campingplatz am Auensee
  •     Untertiefengrün - mit dem Gasthaus "Zur Hulda"
  •     Rudolphstein

 

Etappe: Rudolphstein - Saalfeld: ca. 84 km

  •     Von Eisenbühl über den Selbitzsteg oder über Pottiga nach Blankenstein, das auch der Startpunkt für den Rennsteig-Radwanderweg ist.
  •     Harra
  •     Lemnitzhammer
  •     Saaldorf
  •     Saalburg - Ort liegt an der Bleilochtalsperre, deren Ufer auch die Route bestimmt. Beim Campingplatz Kloster, der auch aus zahlreichen Datschen besteht, beginnt ein Bahntrassenradweg namens Oberland-Radweg (Flyer). Diesem folgen wir ca. 7 km und verlassen ihn nach links, um auf einer Landstraße nach

Saale Radfernweg
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    → dem Oberland-Radweg kann man bis zum Städtchen Schleiz folgen, wo es Einkaufsmöglichkeiten gibt.

Bereits am Ortseingang beeindruckt der neue Saale-Turm, der einen kostenpflichtigen Blick (Münzautomat, 1€ pro Person) auf die Saale gewährt. Man kann die Saale allerdings auch vom Weg aus sehen (Foto). Der Ort wird seinem Namen gerecht und hat eine kleine Burg mit Gräben. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg zum Schloss ausgebaut und seit 1952 dient das neuere Gebäude als Museum [1]. Die Route führt unterhalb der Burgmauern wieder hinunter in das Tal.

  •     Walsburg
  •     Ziegenrück
  •     Talsperre Hohenwarthe im Thüringer Schiefergebirge
  •     Saalfeld

Mittlere Saale

Etappe: Saalfeld - Jena: ca. 55 km

  •     Saalfeld
  •     Rudolstadt
  •     Kahla
  •     Jena-Lobeda

Etappe: Jena - Naumburg: ca. 49 km

Zwischen Jena und Bad Kösen ist die Strecke recht hügelig, da die Route im recht engen Tal oft am Berg geführt wird. Der Landstraßenanteil ist hoch (Schätzung: 40%). Zwischen den Orten verkehren stündlich Regionalbahnzüge. Porstendorf, Dornburg, Camburg und Bad Kösen haben Bahnhöfe.

  •     Jena - die Großstadt wird auf einer längeren Strecke (über 10 km) durchfahren. Oft auf Ortstraßen, selten gute Radwege. Nach dem Ort gesplittete Wirtschaftswege.
  •     Dornburg - Schon Goethe bewunderte die Schlösser "am Absturz des Kalkflözgebirges". Von den drei Schlössern sieht der Radler nur das erste (Foto) (?). Nach dem Ort führt die Route weite auf Landstraßen nach
  •     Camburg - hat einen Bahnhof und ein Schwimmbad am Weg. Rechts auf dem Berg sieht man Burg Camburg. Nach dem Ort geht es erst auf die Landstraße und später auf einen Wirtschaftsweg.
  •     Kaatschen-Weichau - die Ilm mündet bei Großheringen in die Saale.
  •     → hier endet der Ilmtal-Radweg. Die letzten zwei Kilometer verlaufen entlang der Saale (Das ist nicht der Saale-Radweg und es gibt auch keinen Anschluss mehr!).
  •     Saaleck - historischer Ortskern und zwei alte Burgen, die vom Tal aus sichtbar sind. Die Saale-Route führt hier aus dem Tal über den Berg (steil!) zur Burg. Der Radweg ist nicht asphaltiert.
  •     → Wer die Bergtour nicht mag, folgt der ruhigen Landstraße (die man ja bereits kennt) bis Bad Kösen. Dort kommt gleich am Ortseingang eine Fußgängerbrücke über die Saale. Gleich hinter der Brücke muss man rechts hinunter zur Saale. Dort ist wieder der Saale-Radweg. (lückenhaft ausgeschildert)
  •     Bad Kösen mit Saaledurchbruch. Wieder ein Mal geht es auf die andere Flussseite und man folgt dem Weg durch die Weinberge des Saale-Unstrut-Weinanbaugebietes.
  •     Naumburg (Saale) - der Radweg bleibt erst ein Mal auf dem südlichen Ufer dicht an der Saale und hat eine hohe Qualität (meist "echter" Radweg) Wer die historische Stadt mit dem Dom sehen will, muss die Route verlassen. Am Bahnhof halten sogar ICEs.
  •     → Der Unstrut-Radweg verläuft auf dem anderen Saaleufer und endet an der Henne-Brücke. Er ist auch über die Fähre "Am Blütengrund" erreichbar.

 

Untere Saale

  • Etappe: Naumburg (Saale) - Halle: ca. 60 km
  • Die Hügel werden kleiner und die Landstraßen werden weniger, da die Route nun meist auf Schotterwegen verläuft. Die Etappe wird von einer Regionalbahnlinie recht eng begleitet.
  •     Weißenfels - Bahnhof. Der Radweg wechselt hier die Saale-Seite (Fußgängerbrücke, schlecht ausgeschildert). Auf asphaltierten Wirtschaftswegen weiter nach
  •     → Wer will, kann auf dem südlichen Ufer bleiben und der ausgeschilderten "Radacht" folgen. Diese alternative Strecke ist erst sehr gut, später aber nur noch ein Trampelpfad.
  •     Kleinkorbetha - und wieder über die Saale. Auf einem gesplitteten, aber gepflegten Promenadenweg geht es nach
  •     Bad Dürrenberg - bereits am Ortseingang begegnet man den gewaltigen Türmen, in denen Sole gefördert wurde. Das Borlach-Museum erinnert an den Entdecker der Solequelle.
  •     Merseburg - ein geschotterter Weg, der teilweise als Radweg ausgeschildert ist, führt zwischen Bahnlinie und Saale bis zu einer Saalebrücke, die überquert werden muss. Dazu muss man nach links hoch zur Brücke (schlecht ausgeschildert). Nun passiert man Schleusenanlagen, die einen Hinweis darauf geben, dass die Saale jetzt schiffbar ist. Kurz vor Halle begegnet man der neuen ICE-Strecke, die auf einer hohen Brücke entlang der Saale verläuft.
  •     Halle - die Großstadt stellt den Radler vor einige Herausforderungen. Je nachdem, ob man flussabwärts oder -aufwärts radelt, hat man eine unterschiedliche Route. Darüber hinaus gibt es weitere Alternativen. Das Ganze wird zusätzlich durch eine spärliche und lückenhafte Ausschilderung erschwert. Die Pläne auf Schautafeln erfassen leider nicht die ganze Stadt und zeigen eine falsche Hauptroute. Es wird empfohlen, einen (ausgedruckten) Stadtplan mit der Rad-Route mitzunehmen. Der nördliche Teil der Stadt ist landschaftlich schön. In Burg Giebichenstein (rechts auf einem Hügel) ist jetzt eine Kunsthochschule.
  •     → Die Hafenbahntrasse bildet gemäß Opencyclemap einen Teil der Hauptroute. Dieser innerstädtische Bahntrassenradweg verbindet die Saale mit dem Hauptbahnhof. Radweg auf Bahntrassenradeln

Etappe: Halle - Barby: ca. 75 km

Die Saale fließt bis Alsleben weiter durch ein Tal. Die Wegequalität wird ein wenig besser. Sand und Kopfsteinpflaster (in den Orten) sorgen für einen hohen Rollwiderstand. Entschädigt wird man durch eine ruhige, natürliche Flusslandschaft. Die Regionalbahn verkehrt bis Könnern auch an Wochenenden halbstündlich, zwischen Könnern und Bernburg nur noch stündlich und hinter Bernburg nur noch zweistündlich.

  •     Brachwitz - hier muss eine Fähre (Foto) benutzt werden (2012 nur 50 cents)
  •     Wettin - Die große Burganlage Wettin überschattet das Tal
  •     Rothenburg - hinter dem Ort zur Abwechslung keine richtige Burg, sondern ein Burglokal: die Georgsburg. Der Radweg ist asphaltiert und ufernah.
  •     → teilweise als Saale-Radweg ausgeschilderte Alternativstrecke nach Könnern - Bahnhof mit Regionalverkehr.
  •     Alsleben - hier geht es über die Saale.
  •     Plötzkau - der Ort liegt nicht direkt am Weg. Im Bereich von Plötzkau ist ein großes NSG ("Auwald bei Plötzkau"), so dass der Radweg auch weitgehend Natur ist (siehe Foro). Schloss Plötzkau ist einen Abstecher wert.
  •     Gröna - ein weiteres, allerdings kleines Schloss
  •     Bernburg - Die imposante Schlossanlage empfängt den Radler oben auf einem Hügel. Wir treffen auf den D 3: Europaradweg R1. Der D11 folgt dem D3 nach Osten und verlässt nun die Saale. Interessant ist dieser Anschluss für Radler, die nach Berlin wollen. Am Ortsausgang wird der Radweg wegen einer Großbaustelle umgeleitet. Nach einem kurzen Stück auf der Landstraße kommt ein Naturweg, der nach einer Weile in einen schönen asphaltierten Uferweg übergeht. Bei Nienburg zweigt der Europa-Radweg ab. Ab nun geht es auf Landstraßen nach
  •     Calbe - dieser Ort wird auf der Hauptstrecke südlich umgangen (Abbiegung rechts). Es gibt aber eine ausgeschilderte Alternative, die durch den Ort führt. Die Alternativstrecke verwendet eine Fähre mit eingeschränktem Zeitplan, ist länger und kostet daher mehr Zeit.
  •     Groß Rosenburg
  •     Barby - Weiterfahrt auf dem Elbe-Radweg bis Magdeburg bzw. Dessau sinnvoll.

Weiter geht's

  •     Elbe-Radweg
  •     Unstrut-Radweg ab Naumburg
  •     Ilmtal-Radweg ab Kaatschen-Weichau
  •     Radweg Bayreuth-Chemnitz ab Hof.
  •     Rennsteig-Radwanderweg ab Blankenstein

Literatur- und Kartenhinweise

    Bikeline-Führer "Saale-Radweg" 1:50000 - siehe Verlag Esterbauer
    Fahrradkarten "Saale 1-5" M 1:75000 - siehe Verlag Grünes Herz
    Fahrradkarte "Radwanderkarte - Leporello Saale-Radwanderweg" Maßstab 1:50.000 - siehe Publicpress-Verlag, ISBN: 978-3-89920-225-0

 

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